Diabetes bei Katzen

Diabetes bei Katzen

Diabetes ist nicht nur eine Krankheit, die den menschlichen Organismus betrifft, sondern kommt auch bei Tieren vor. So lautet nicht selten die Diagnose beim Tierarzt: Katzen Diabetes. Natürlich bringt diese Diagnose erst einmal Verunsicherung mit sich, immerhin ist diese Erkrankung, wie auch beim Menschen, nicht wirklich heilbar. Mit der richtigen Behandlung und vor allem mit dem richtigen Futter, kann aber auch der Vierbeiner ein glückliches und langes Leben haben. Der erste Ansprechpartner hierfür ist natürlich der Tierarzt selbst, denn eine einfache Umstellung der Ernährung oder ein paar Medikamente reichen bei der Therapie von Katzendiabetes meist nicht aus. Immerhin bemerken viele den Diabetes erst spät, sodass die Tiere bereits bei Erstvorstellung schon insulinabhängig sind.

Diabetes mellitus bei Katzen – Hilfe, meine Katze ist zuckerkrank!

Leider nimmt die Zahl derjenigen Katzen, die jährlich erneut an Diabetes erkranken, stetig zu. So kann festgehalten werden, dass etwa jede 150-igste Katze zuckerkrank ist. Immerhin sind das fast 60.000 Katzen. Tatsächlich kann man, ohne zu tief in die Rätselkiste zu greifen, behaupten, dass die Ernährung meist Schuld an einem Ausbruch ist. So ist billiges Katzen-Industriefutter und Unwissenheit in Sachen Nass- und Trockenfutter schuld an der Verbreitung der Krankheit. Diabetes bei Katzen ist allerdings relativ gut behandelbar, sofern man die Zuckerkrankheit frühzeitig erkennt. Wer unachtsam ist und diverse Warnsignale seiner Katze übersieht, der kann sein Tier aber durchaus in lebensbedrohliche Situationen bringen.

Diabetes der unbehandelt bleibt, mindert nicht nur die Lebenserwartung, sondern kann auch zu einem schnellen Tod oder Schock führen. Werden also untypische Symptome beobachtet, so sollte umgehend die Vorstellung beim Tierarzt erfolgen. Rechtzeitig und gewissenhaft behandelt, kann man dem Tier durchaus helfen, ein noch langes Leben zu führen.

Symptome von Diabetes bei Katzen

Frühzeitige Erkennung von Krankheiten ist natürlich bei allen möglichen Krankheiten sinnvoll, denn dann kann man der Ausbreitung durchaus effektiv vorbeugen. Doch was passiert überhaupt beim Diabetes und wie sehen die Symptome aus?

Der Glukosehaushalt einer Katze reguliert die Energiegewinnung aus der Glukose. Beim Diabetes liegt eine eingeschränkte Insulinwirkung vor, der Glukosehaushalt funktioniert nicht mehr und die Energiebereitstellung fährt stark zurück. Aus diesem Grund wirken Katzen mit Diabetes unbehandelt sehr schwach und antriebs- oder lustlos. Gar liegen sie oft sehr teilnahmslos herum, bewegen sich nur zum Fressen oder für den Toilettengang. Ein erstes wichtiges Anzeichen also, vor allem bei Katzen, die normalerweise sehr lebhaft sind und Freude an der Bewegung hatten.

Den Mangel an Energieverlust wird die Katze automatisch versuchen auszugleichen, natürlich über eine vermehrte Futteraufnahme. Das bedeutet, dass sich das Hungergefühl der Katze verändert und diese ständig nach Nahrung bettelt. Einige würden das Verhalten mit Worten wie “verfressen” oder “gierig” bezeichnen. Tatsächlich aber ist genau dies ein Schrei nach Energie. Da diese aus dem Futter jedoch gar nicht mehr verwertet werden kann, hat eine erhöhte Futteraufnahme überhaupt keine Auswirkung auf den Energiehaushalt. Im Gegenteil, denn die Katze verliert trotz erhöhter Nahrungsaufnahme an Gewicht. Katzenbesitzer versuchen im schlimmsten Fall, dem Tier einfach noch mehr Futter zu geben, da die Katze schließlich zu dünn wird. Leider hilft es hier auch nicht, das Futter zu reduzieren, um den Diabetes einzuschränken.

Als drittes und wichtiges Symptom der Katze bei Diabetes ist der erhöhte Blutzuckerwert zu nennen. Dieser entsteht, weil die Glukose aus der Nahrung nicht mehr in die dafür verantwortlichen Zellen kommt, sondern im Blut verbleibt. Die Glukose wird dann über den Urin ausgeschieden. Da immer mehr Glukose nachkommt, stellt sich ein sehr auffälliges, häufiges Urinabsetzen ein. Viele verwechseln dies zunächst mit einer Blasenschwäche oder einer Blasenentzündung. Durch den ständigen Harndrang wird das Tier die fehlende Flüssigkeit auszugleichen versuchen und mehr trinken. Es kommt einem so vor, als hätte das Tier ständig Durst.

Wichtige Zellen sterben ab, die der Organismus für seine Funktionen im Körper benötigt. Das liegt vor allem am erhöhten Blutzucker, wobei es sogar zu schlimmen Nerven- oder Gefäßschädigungen kommen kann. Als vorkommendes Beispiel sei der so genannte “plantigrade” Gang zu nennen. Dabei tritt die Katze auf den Sprunggelenken auf, nicht wie üblich auf den Pfoten. Dieses Symptom beschreibt einen schon sehr fortgeschrittenen Diabetes und ist nicht alltäglich, dennoch kann auch dieses Symptom ein Warnsignal sein, sein Tier einem Tierarzt vorzustellen.

Diabetes Diagnose<h/2>

Folgende Symptome sprechen in der Regel für einen Diabetes bei Katzen:

starker Durst und ständiges Aufsuchen der Trinkstelle (Polydipsie)
starkes Hungergefühl und erhöhte Futteraufnahme (Polyphagie)
ständiges Aufsuchen der Toilette um Urin abzulassen (Polyurie)
Gewichtsverlust trotz erhöhter Futteraufnahme
Antriebslosigkeit und Müdigkeit

Wer eines oder mehrere dieser Symptome bei seiner Katze feststellt, der sollte einen Termin beim Tierarzt vereinbaren. Dieser kann mittels diverser Testverfahren schnell feststellen, ob ein Diabetes diagnostiziert werden muss. Dabei wird zunächst die Konzentration im Blut an Glukose gemessen.

→ Der Verdacht auf Diabetes mellitus liegt bei einem erhöhten Blutzuckerspiegel zwischen 200 und 300 Milligramm pro Deziliter. Für eine eindeutige Diagnose und Feststellung muss der Wert allerdings dauerhaft darüber liegen. Immerhin können auch stressige Situationen oder andere Ursachen vorliegen, die den Blutzucker erhöhen.
→ Vor einer endgültigen Diagnose wird der Tierarzt auch eine Frukosaminmessung durchführen. Dabei wird der Glukosespiegel aus den letzten zwei Wochen von Zuhause aus gemessen. Bei einem Wert von unter 340 Mikromol pro Liter liegt ein Diabetes vor.
→ Natürlich wird auch der Urin auf den Glukosegehalt überprüft. In diesem sollte nämlich keine Glukose zu finden sein, da die Niere diese vor dem Ausscheiden wieder ins Blut aufnimmt. Wird die Glukose jedoch regelmäßig mit ausgeschieden, so liegt die Diabeteserkrankung nahe.

Die Insulintherapie bei diabeteskranken Katzen

Generell empfiehlt der Tierarzt, Insuline zur Therapie zu nutzen, die langfristig wirken und nicht kurzfristig verabreicht werden. Dabei kann das Insulin nicht oral verabreicht werden, der Tierbesitzer muss es dem Tier unter die Haut injizieren. Normalerweise passiert das zweimal täglich, um eine ausreichende und vernünftige Wirkung zu erzielen. Begonnen wird mit einer niedrigen Dosierung, damit sich der Katzenorganismus an die Therapie und die neuen Umstände gewöhnen kann. im Anschluss kann man die Insulindosierung stetig steigern, was theoretisch immer mit einem Tierarzt abgesprochen wird.

Wichtig zu wissen ist, dass jedes Tier eine unterschiedlich hohe Dosis an Insulin benötigt und auch der Bedarf von Anfang an verschieden ist. Daher muss vor der Therapie eine Blutzuckermessung durchgeführt werden, um die Therapie perfekt auf die Bedürfnisse des Tieres abzustimmen. Hierbei ist es natürlich sinnvoll, selbst Tagebuch zu führen und sämtliche Blutzuckermessungen zu notieren. Dies hilft dem Tierarzt bei der richtigen Einstellung der Medikamente.

Begleitend zur Insulintherapie wird auch eine Ernährungsumstellung notwendig sein. Das bedeutet, dass sich der Bedarf an Insulin dahingehend verändern kann. Aus diesem Grund empfiehlt sich eine sehr regelmäßige Kontrolle und Überwachung. Ehe die Anpassung an die Dosis vorgenommen wird, sollte der Tierarzt eingeweiht werden. Dies verhindert in erster Linie eine Hypoglykämie oder andere Komplikationen, die mit dem Diabetes einhergehen können.

Ernährung mit Diabetes

Neben jeder subkutanen Insulinbehandlung, ist es zwingend notwendig, auch die Ernährung zu ändern. Zwar stellen all diese Dinge zunächst eine enorme Umstellung von Tier und Besitzer dar, leider sind aber beide Aspekte absolut wichtig. Denn inwieweit das Insulin überhaupt wirkt, wird vom Gewicht der Katze bestimmt. Übergewichtige Katzen haben es absolut nicht leicht, denn sie müssen erst einmal ihr Idealgewicht erreichen, damit die Therapie wirklich Erfolg hat. Katzendiabetes bedeutet eine kohlenhydratarme und proteinreiche Diät. In Tierarztpraxen gibt es diverse Futtersorten zu kaufen.

Ebenso wichtig ist es, den richtigen Zeitpunkt von Fütterung und Insulingabe zu wählen. Diese Zeiten sollten gut aufeinander abgestimmt sein. So sollte die Injektion des Insulins vor der Fütterung erfolgen, allerdings nur, wenn die Katze bereits einen Teil Ihres Tagesbedarfs zugenommen hat. Das bedeutet auch, dass das Tier nicht die komplette Ration des Tages auf einmal bekommen darf. Bestenfalls teilt man die Fütterung auf zwei Mal ein und verabreicht das Insulin vor der zweiten Fütterung.

Das perfekte Futter für meine zuckerkranke Katze

Katzen benötigen einen hohen Anteil an Protein und einen geringen an Kohlenhydrate in ihrem Futter. In freier Natur nimmt die Katze nämlich nur maximal 2% an Kohlenhydrate auf. Ganz anders, als es bei vielen industriell hergestellten Futtermitteln der Fall ist. Auf den Verpackungen ist der Anteil an Kohlenhydrate in NfE angegeben. Futter mit weniger als 10% NfE ist für Diabetiker “geeignet”, wobei natürlich auch noch andere Inhaltsstoffe eine Rolle spielen. Je weniger NfE aber enthalten ist, desto weniger Insulin braucht das Tier und umso besser kann der Diabetes unter Kontrolle gehalten werden.

→ Zum Vergleich: Handelsübliches Trockenfutter für Katzen hat einen Kohlenhydratanteil von bis zu 60%, wobei sogar manche Diabetesprodukte dazugehören. Besser auf Nassfutter zurückgreifen, denn diese haben generell einen niedrigeren NfE Gehalt.

Produkte mit Zucker und/oder Getreide sind zu meiden, denn diese enthalten sehr viel Stärke, also auch Kohlenhydrate. Dosen, welche mit Reis, Mais oder Haferflocken, Dinkel oder ähnlichen Inhalten angereichert wurden, sind zu vermeiden. Kartoffeln, Bananen und Nudeln sind ebenfalls sehr reich an Stärke und ungeeignet für Katzen mit Diabetes.

Um teure Spezialprodukte kommen Katzenbesitzer also nicht umhin, was die Frage aufwirft, ob ein vernünftiges Futter nicht von vornherein vieles verhindert hätte. Verschiedene Hersteller bieten mehr oder weniger gutes Futter für Diabeteskatzen an. Leider muss man tatsächlich die Augen offen halten, wenn es um das Diätfutter geht, denn viele sind trotz allem mit getreidehaltigen Lebensmitteln angereichert, was wohl eher wirtschaftliche Gründe zu haben scheint.

Fazit

Das Leben mit einer Diabetes Katze ist nicht immer einfach, denn es bedeutet oftmals eine strikte Umstellung der Ernährung und des Alltages. Immerhin müssen Katzenbesitzer den Umgang mit Injektionsnadeln lernen und ihrem Tier täglich Insulin subkutan verabreichen. Auch das Futter ist teurer, denn es darf nur sehr wenig Kohlenhydrate beinhalten und muss reich an Proteinen sein. Dies ist nicht immer überall unter den Diabetes Futtermitteln zu finden. Fakt ist leider, dass viele Erkrankungen an Diabetes vermieden werden können, wenn dem Tier von Anfang an eine ausreichend gesunde und katzengerechte Ernährung zu Teil werden würde.

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